Kyudo


Der „Weg des Bogens“ (Kyu = Bogen, Do = Weg)

Kyudo ist die japanische Form des Bogenschießens mit einem ca. 2,20 Meter langen Bogen im Verhältnis von oben 2 zu unten 1 vom Griff aus gesehen. Diese Bogenform ist seit mehr als 1700 Jahren üblich. Im laufe der Zeit wurden Form, Material und Schießtechnik verfeinert.Ursprünglich wurde der Bogen als Jagd- und Kriegswaffe der Bushi (Samurai/Ritter) benutzt. Das Bogenschießen war durch die Philosophie und Praxis der Bushi und zum Teil auch durch Buddhismus und Shintoismus geprägt. Durch die Zersplittung Japans in viele kleine autonome Gebiete, entstanden auch verschiedene Techniken des Schießens. Diese wurden in Schulen (Ryu) jeweils vom Meister an den Schüler weitergegeben.
Schulen und Lehrrichtungen:

Von der Vielzahl der Schulen blieben bis heute die Heki-Ryu (auch als Shamen bekannt), die Ogasawara-Ryu und die Honda-Ryu bestehen. Wobei sich die Heki-Ryu in folgende Zweige (Ha) aufteilt:

Insai Ha (oder Heki To Ryu)
Izumo Ha Dosetsu Ha Taishin Ha
Yamashina Ha
Jutoku Ha
Daizo Ha
Chikurin Ha
Sakonemo Ha
Okura Ha

Toshizane Honda, ein Kyudo-Lehrer an der Kaiserlichen Universität in Tokyo um 1900, unterrichtete eine neue Form des Kyudo, in die er Elemente der zeremoniellen Formen des Kyudo der traditionellen Kyudo-Schulen integrierte. Diese nennt sich Shomen-Stil (Shomen = Heben des Bogens vor der Körpermitte). Details zur Philosophie und Übungspraxis der Österreichischen Kyudo-Schulen erhalten sie hier:

Insai Ha (oder Heki To Ryu)
Shomen Stil

Nach dem 2. Weltkrieg vereinigten sich alle Kyudo-Schulen im Alljapanischen Kyudo-Verband “Zen-Nihon-Kyudo-Renmei bzw. ZNKR” im Westen auch als  “ALL NIPPON KYUDO FEDERATION” bzw. “ANKF” bekannt. Durch das rege Interesse an Kyudo in Europa, entstanden in den letzten Jahrzehnten die nationalen Verbände und die Europäische Kyudo-Föderation “EKF” als übergeordneter Dachverband in Europa.